Ein wenig Farbe
Informationen
Buch und Musik von Rory Six
Helena kann nicht einschlafen, denn morgen ist ein großer Tag für sie. Sie hat ihn lange herbeigesehnt und jetzt wird er endlich Wirklichkeit. Schritt für Schritt enthüllt sie ihre Lebensgeschichte. Was versteckt sich hinter den Farben im Gesicht? Worauf wartet sie schon so lange?
Das Transgender-Musical hinterfragt auf humoristische und gleichzeitig clevere und mitfühlende Weise, was in unserer Gesellschaft eigentlich "normal" ist. Eine musikalische Selbstfindungsreise, auf der der Protagonist in zweiundzwanzig verschiedene Rollen schlüpft.
Weitere Informationen
Sprache(n) des Stücks
- Deutsch
- Englisch
Besetzung
Orchestergröße
Casting Informationen
- HELENA
Helena kann sowohl von einem Mann, als auch von einer Frau gespielt werden.
Synopsis
Für Helena findet morgen die letzte für die Geschlechtsangleichung notwendige Operation statt. Sie ist überaus aufgeregt ob dieses letzten wichtigen Schrittes und sinniert noch einmal für sich darüber, wie es überhaupt dazu kam. Helena hieß früher Klaus. Schon als kleiner Junge hatte er Lust, die Kleider seiner Mutter anzuziehen und sich zu schminken. Klaus´ erste Liebe in der Schule war David Steiner, der ihm als Junge allerdings keinerlei Beachtung schenkte. Letztlich heiratet Klaus und bekommt mit seiner Frau zwei Söhne. Als er und seine Frau zu einer Kostümparty eingeladen werden, schlägt ihm diese vor, sich doch als Frau zu verkleiden. Fortan findet Klaus daran Gefallen und sucht Clubs auf, in denen er einmal wöchentlich so sein kann, wie er möchte. Klaus möchte sich nicht nur als Frau fühlen, sondern er möchte auch eine sein. Mit einer Psychotherapeutin und Ärzten werden die ersten Schritte besprochen, ebenso aber auch die Konsequenzen aufgezeigt. Wir erleben, wie sich die Transgender-Person selbst fühlt, wie die Gesellschaft fortan auf sie reagiert, vorrangig die Familie und der engste Freundeskreis: Die Ehefrau, die sich anfangs komplett von Helena distanziert, die Kinder, die nicht wissen, ob sie Papa weiterhin Papa oder Mama nennen sollen. Helena ist über weite Strecken allein und einsam, sind doch solche Operationen heutzutage nur vermeintlich normal. Die Realität sieht anders aus. Helena hofft, dass die wichtigsten Menschen in ihrem Leben wieder einen Platz bei ihr finden. Aber bis dahin ist es ein weiter Weg...
Presse
KATiELLi Theater Datteln, Blickpunkt Musical, Ausgabe 137 (05/2025), Stephan Drewianka:
„das Klavier für dieses Stück liefert den nötigen intimen Rahmen, der es so persönlich werden lässt […] Hervorzuheben ist auch, dass bei all der Intensität, die das Stück mit sich bringt, mit all den Höhen und Tiefen, die man da so hautnah mit Helenas Blick in die Vergangenheit erlebt, der Zuschauer sehr rund abgeholt und begleitet wird. Wenn die Geschichte endet, ist es trotz allem ein schönes Ende, man ist glücklich mit Helena, dass sie bis zu diesem Punkt gekommen ist, auch wenn man spürt, dass ihre Reise noch lange nicht am Ende ist. »Ein wenig Farbe« ist ein Stück, das emotional tief bewegt und zum Nachdenken anregt, ohne dabei woke sein zu wollen […] Das Publikum war restlos begeistert, gerade auch diejenigen, die mit der Thematik vorher keinerlei so intensive Berührung hatten und entsprechend nicht »mit so etwas« gerechnet hatten.“
KATiELLi Theater Datteln, musicalzentrale, Daniela Hennen, 06.09.2025:
"Unser Fazit: Bernd Julius Arends’ eindringliches Spiel bringt eine sensible Thematik berührend, respektvoll und zugleich humorvoll auf die Bühne. Eine beeindruckende Inszenierung!"
www.mannschaft.com, Mannschaft Magazin, 28.10.2024:
"Lucia Reichard gelingt in enger Umschliessung von Text und Musik eine genaue und gerade deshalb glaubwürdige Inszenierung. Die beste Regie sei jene, die man nicht merkt, lautet ein verbreitetes Theaterbonmot. Dieses gerät durch Reichard zur Bestätigung und Wahrheit. Amy ist ganz bei sich und schöpft gewiss aus ihrem eigenen Erfahrungsspektrum, spielt aber nicht sich selbst. Die Ausdrucksbreite der riesigen Rolle – Singen, Sprechen, Mimik, Gestik – sind eine intensive Herausforderung."
Musikalische Komödie Leipzig, Die deutsche Bühne, Ulrike Kolter, 26.10.2024:
"Hier stimmt einfach alles, was auch am dramaturgisch auf den Punkt gebauten Stück des Belgiers Rory Six liegt, mit eingängigen Songs für kleines Kammerensemble aus Geige, Cello, Kontrabass, Klavier und Gitarre unter der Leitung von Kathryn Bolitho, die vom äußersten Rand des Saales alle Fäden zusammenhält. „Ein wenig Farbe“ sei alters- und geschlechtsunabhängig allen ans Herz gelegt, die sich berühren, überraschen und vielleicht auch hinterfragen wollen. Der Szenenapplaus nach fast jedem Song kam übrigens auch von sichtlich bewegten älteren Damen im Publikum."
Theatercouch Wien, Blickpunkt Musical, Mina Piston, Ausgabe 130:
"In intimer Atmosphäre im Theater am Spittelberg stimmt an diesem Abend bei „Ein wenig Farbe“ einfach alles. Politisch-aktuelle Themen werden brisant und nahbar mit höchster Qualität auf die Bühne gebracht. Am Ende hält das Publikum nichts mehr auf den Stühlen."
Baden Online, 20.10.2020:
"Theater Baden Alsace - Mit stehenden Ovationen wurde bei der Deutschen Erstaufführung des unter die Haut gehenden Transgender-Musicals „Ein wenig Farbe“ die glanzvolle Darbietung von Camilla Kallfass am Freitagabend im Europäischen Forum am Rhein gefeiert. Das Publikum sparte nicht mit Zwischenapplaus für die schauspielerische wie die stimmliche Leistung in dem Ein-Frau-Stück, in dem Kallfass 22 Rollen spielt."
Badische Zeitung, 19.10.2020:
"Emotionale Aufführung - Es ist nicht nur die Stimmung des dunklen Saales, die das Publikum immer mehr in ihren Bann zieht, es sind die brillante schauspielerische Leistung und der unter die Haut gehende Gesang von Camilla Kallfaß, die einfühlsam bis in die feinsten Nuancen die Zerrissenheit, die Angst, aber auch die Glücksgefühle auszudrücken vermag. Ein weiterer Faktor der Soundtrack: von romantisch sanftem Schmuse-Pop über treibende Läufe von Klavier und Streichern, als es darum geht, bei der Psychotherapeutin das Leben Revue passieren zu lassen. Ein heißes Thema facettenreich inszeniert und zugleich mit Ernsthaftigkeit und Spielwitz dargestellt. Bravo!"
Vienna-Journal, Barbara Klaus, 05.05.2018:
"Nie mehr im Dunkeln“ Die Transgender-Story ist nicht als leichte Unterhaltung gedacht, sondern soll vor allem zum Nachdenken über die gegenwärtige Gesellschaft und die von dieser festgelegten Geschlechterrollen anregen. [...] So wird das Thema Transgender in Film, Fernsehen und Online schon länger behandelt. Nun hat es mit dem Musical „Ein Wenig Farbe“ auch im Theaterbereich eine neue Darstellungsform gefunden. Wichtig ist dabei, dass nicht nur gezeigt wird, wie sich die Transgender-Person selbst fühlt, sondern wie auch die Gesellschaft, insbesonders die Familie und der Freundeskreis, darauf reagiert. So regt das Stück möglicherweise dazu an von der Gesellschaft als ‚normal‘ definierte Geschlechterrollen zu hinterfragen. Insgesamt ist das Stück „Ein Wenig Farbe“ ein sehr gelungener Versuch das Thema Transgender in Form eines Musicals für ein Theaterpublikum fassbar zu machen. Neben Rory Six, der u.a. mit „Ein Wenig Farbe“, „David Steiner“ und „Nie mehr im Dunkeln“, das auch das Werk beschließt, einige eingängige (und unterhaltsame) Nummern für ein gut durchdachtes Musical geschrieben hat, ist es vor allem Pia Douwes, die mit ihrer Stimme und Darstellung zahlreicher Charaktere dieses Werk so unvergesslich macht."
Musicalfreunde, 05.05.2018:
"Rory Six, der Buch und Musik schrieb, schafft es mit dieser Produktion, die Thematik einem breiteren Publikum zugänglich zu machen."
Produktionen
- UA: 04.05.2018, Theatercouch, Wien
- DEA: 09.04.2020, Spiegelzelt am Bahnhof Zoo Berlin
- 16.10.2020, Baal Novo Theater Baden-Alsace - Offenburg/Neuried
- 28.10.2020, Hofspielhaus München
- 26.04.2023, Quasi So Theater Ibbenbüren
- 16.05.2024, Theatercouch Wien - Theater am Spitttelberg
- 14.09.2024, Capitol Theater, Düsseldorf
- 25.10.2024, Musikalische Komödie Leipzig
- 06.09.2025, KATiELLi Theater Datteln